Blaubeuren
Zu ihrem Jubiläum startet die Bergwacht Blautal eine Aktion für die
Finanzierung des "Baby-Muck". Der "Förderkreis für
intensivpflegebedürftige Kinder Ulm" und das DRK wollen einen
Baby-Notarztwagen beschaffen und benötigen dabei Unterstützung. Die in
Blaubeuren ansässige Bergwacht hilft und macht das, was sie am besten
kann: sie besteigt Berge.
Die Felsen des Blau- und Aachtals reichen da nicht. Weil es eine Aktion
zum 25-jährigen Bestehen der Blaubeurer Bergretter ist, sollen es Gipfel
sein, die mindestens 2500 Meter hoch sind. In den nahen Allgäuer Alpen
kommen da zum Beispiel der Hochvogel (2592 Meter), die Mädelegabel (2645
Meter) oder der Biberkopf (2600 Meter) in Frage. Höher ist Deutschlands
höchster Gipfel, die Zugspitze. Auch außerhalb Deutschlands liegen die
Ziele der Blaubeurer Bergwachtler.
Jeder der etwa zwanzig Bergfreunde erklimmt mindestens einen oder mehrere
Gipfel. "Gipfelpaten" spenden 0,01 Euro pro Meter Gipfelhöhe,
beispielsweise für die Zugspitze mit 2962 Meter 29,62 Euro. Die Sponsoren
können sich auf einen oder mehrere Bergwachtler festlegen und für jeden
Gipfel, der von ihnen bestiegen wird, spenden. Es ist auch möglich, für
einen Einzelgipfel zu spenden. Von jeder Besteigung wird ein Gipfelfoto
angefertigt, daraus entsteht dann ein "Gipfelbuch" für die Sponsoren.
Die Berge müssen keine besonderen Schwierigkeitsgrade aufweisen, erklärt
Bergwacht-Bereitschaftsleiter Ralf Schilling. Festgelegt ist nur, dass
keine technischen Aufstiegshilfen wie Lifte oder Bahnen benutzt werden
dürfen und dass immer mindestens zwei Bergwachtleute auf dem Gipfel stehen
müssen. Schilling hat sich mit Kameraden beispielsweise vorgenommen, den
Gran Paradiso im Aostatal zu bezwingen und mit Snowboard oder Skiern
abzufahren.
Die Aktion dauert vom 1. März bis zum 30. September. Wer sie unterstützen
möchte, findet im Internet unter http://www.bergwacht-blautal.de weitere
Informationen.
Die Einsatzbereitschaft der Bergwacht Blautal, die im Gebiet des
Alb-Donau-Kreises "rund um die Uhr, in jedem Gelände und bei jedem Wetter"
dem Rettungsdienst zur Seite steht, leidet unter der Aktion nicht, da
insgesamt 23 Sanitäter, drei Ersthelfer und zwei Ärzte zur Verfügung
stehen.
Wie aus dem jetzt bei der Hauptversammlung vorgelegten Jahresbericht
hervorgeht, wurden die Bergretter 2008 zu zwei Einsätzen gerufen. Im
Februar mussten sie im Kleinen Lautertal zwei Erwachsene und ein Kind
retten, die sich in einer Felswand verstiegen hatten. Im März kümmerten
sie sich um einen Sportkletterer, der am Blaubeurer Kreuzfels abgestürzt
war.
Mehrere Mitglieder bildeten sich beim Skifahren mit dem Rettungsschlitten
(Akja) und bei der Lawinensuche fort, drei legten anschließende die
Winterdienstprüfung ab. Kontakt pflegt die Bergwacht Blautal zur "Edale
Mountain Rescue" in Großbritannien, drei Bergretter nahmen dort an einem
Sanitätslehrgang teil. |